Seniorenhilfe 24 - Blog

Notarzt

Rettungsdienst

Das Wichtigste vorweg: Bewahren Sie Ruhe! Sprechen Sie mit allen Beteiligten, besonders mit der pflegebedürftigen Person und lassen Sie sich nicht unter Druck setzen. Wenn ein Angehöriger pflegebedürftig wird, ist das ein Einschnitt in das gewohnte Leben, aber nicht das Ende der Welt. Viele pflegende Angehörige schaffen es, sich schnell auf die neue Situation einzustellen und können ihr sogar einige positive Aspekte abgewinnen.

Checkliste

– Lassen Sie sich beraten.

– Holen Sie sich (finanzielle) Unterstützung.

– Schaffen Sie optimale Verhältnisse.

– Sorgen Sie für den schlimmsten Fall vor.

Information und Beratung

Pflegende Angehörige finden eine große Menge von nützlichen Informationen, Beratungsstellen und Experten für den Fall, der individuell auf Sie zutrifft. Machen Sie sich keine Gedanken darüber, wenn Sie anfangs überhaupt keinen Durchblick haben. Das ist völlig normal und niemand kann von Ihnen erwarten, dass Sie sofort zum Experten für Seniorenpflege sich zu orientieren.

Beim Arzt

Bei einer akuten Erkrankung oder Verletzung, mit der Ihr Angehöriger zu einem Pflegefall wird, ist der behandelnde Arzt oder das Personal der medizinischen Einrichtung die erste Anlaufstelle. Verlassen Sie sich aber nicht darauf, dass Sie dabei an einen Experten für Seniorenpflege geraten. Idealerweise steuert der Arzt das Fachwissen bei, das ein Pflegedienst braucht, um die pflegebedürftige Person optimal zu versorgen. Wenn nicht, sollten Sie sich einen Experten suchen. Im Normalfall ist Ihr Hausarzt oder der Sozialdienst des Krankenhauses Ihr Ansprechpartner. Fachwissen ist manchmal tückisch, vor allem wenn Sie nicht selbst ein Experte dafür sind. Bitten Sie Ihren Arzt darum die Informationen verständlich aufzubereiten oder sie direkt an das Fachpersonal des Pflegedienstes oder der Pflegeeinrichtung weiterzugeben. Lassen Sie sich Fachliteratur empfehlen oder die Kontaktadressen von Selbsthilfegruppen geben. Wenn Sie einen Hausarzt haben, dem Sie vertrauen, dann sollten Sie sicherstellen, dass er sich auch weiterhin um Ihren Angehörigen kümmert. Unter Umständen kann es notwendig sein, dass Ihr Hausarzt einen Spezialisten wie zum Beispiel einen Psychiater (zum Beispiel bei demenziellen Veränderungen) hinzuzieht. Dank lückenloser Patientendokumentation ist es zwar kein Problem, dass ein Arzt dem Personal der Pflegeeinrichtung alle wichtigen Patientenunterlagen zukommen lässt. Die Erfahrung des Arztes und persönliche Bindung an diese Vertrauensperson können aber durch nichts ersetzt werden. Ihr Ziel sollte es sein, sich nach Ihren Möglichkeiten mit der Zeit selbst die Grundkenntnisse einer Pflegefachkraft anzueignen. Pflege beinhaltet immer drei Bereiche: die Grundpflege, in der man den pflegebedürftigen Personen Hilfe bei den Verrichtungen des täglichen Lebens anbietet, und die Behandlungspflege, mit der im Idealfall eine Heilung herbeigeführt werden kann. Darüber hinaus gibt es die sogenannte Förderungspflege, in der vorhandenes Potenzial genutzt und ausgebaut wird. Sie soll vor allem bei grundpflegerischen Handlungen stattfinden. Entwickeln Sie zusammen mit Ihrem Arzt und gegebenenfalls dem Pflegedienst einen individuellen Behandlungs- und Pflegeplan und überprüfen Sie regelmäßig die Fortschritte der Pflegebedürftigen oder den Verlauf der Krankheit.

Bei der Krankenkasse

Für die Organisation und Verwaltung der Pflege sollten Sie so schnell wie möglich Kontakt mit Ihrer Krankenkasse aufnehmen. Je früher Sie finanzielle Hilfe beantragen und die Pflegebedürftigkeit Ihres Angehörigen feststellen lassen (Antrag zur Feststellung einer Pflegestufe), desto schneller kommen Sie in einen gefestigten Status und haben damit eine Struktur, die Ihnen das Leben leichter macht. Als pflegender Angehöriger haben Sie einen gesetzlichen Anspruch auf kostenlose Pflegeberatung nach § 7b SGB XI. Diese können Sie in Anspruch nehmen, sobald Sie Pflegegeld oder andere Pflegeleistungen beantragt haben. Wenn Sie den Antrag auf Pflegeleistungen stellen, wird Ihnen Ihre Pflegekasse in der Regel ganz automatisch einen Beratungstermin anbieten oder einen Beratungsgutschein für einen Pflegestützpunkt zur Verfügung stellen, mit dem Sie sich an eine geeignete Stelle wenden können. Wer die Pflegeberatung übernimmt, hängt ganz von den örtlichen Gegebenheiten ab. Es muss sich aber immer um eine qualifizierte Person handeln. Bei den Beratungsstellen spricht man auch von Pflegestützpunkten. Die Beratung kann auch telefonisch oder direkt bei Ihnen vor Ort erfolgen. Dabei besteht eine Frist von zwei Wochen nach der Antragstellung, in der die Beratung erfolgen muss. Auf diesen Beratungstermin sollten Sie sich vorbereiten! Beginnen Sie gleich von Anfang an, alle Unterlagen geordnet abzulegen und so aufzubereiten, dass sie jederzeit für die verschiedenen Stellen, die mit Ihrem Fall beschäftigt sind, zur Verfügung stehen. Das sind zum Beispiel das Finanzamt, die Pflegeeinrichtungen und die Pflegekasse. Auch hier gilt, dass Sie es umso leichter haben, je professioneller Sie an die Sache herangehen. Beim ersten Beratungsgespräch werden Sie jede Menge Fragen haben. Halten Sie diese und die Antwort darauf am besten schriftlich fest.

Dies ist ein Auszug aus unserem Pflegeratgeber. Sie können unseren Pflegeratgeber unter folgendem Link komplett kostenlos runterladen!

Pflegeratgeber


 Thumbnail Image von: Martin_LE via CC.

Heinz Giller


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